Technologie
Dichtheitsprüfung am gesamten Produkt

Integrale Kammerprüfung

Die integrale Prüfung in der Akkumulationskammer kommt immer dann zum Einsatz, wenn ein komplettes Prüfteil auf Dichtheit getestet werden soll. Diese Form der Kammerprüfung gibt keinen Aufschluss über die genaue Lage von Lecks, sie lässt sich jedoch völlig unkompliziert mit einem zusätzlichen Gerät zur präzisen Leckortung kombinieren. Typische Prüfteile der integralen Kammerprüfung sind Ventile, Wärmetauscher, Kunststoffbehälter, flexible Behälter und Komponenten von Kraftstoffsystemen. Die Prüfung in der Akkumulationskammer kann auf zwei verschiedene Weisen durchgeführt werden. Die Art der Prüfung hängt von der Leckagerate, der Größe des Prüfteils und der geforderten Taktzeit ab. Die Kammerprüfung unter atmosphärischem Druck lässt sich sehr einfach aufbauen, die Prüfung in einer Unterdruckkammer erfordert etwas mehr Zeit und Aufwand.

Kammerprüfung unter atmosphärischem Druck

Der Aufbau der Kammerprüfung unter atmosphärischem Druck ist sehr einfach. Es wird lediglich eine einfache Haube oder Abdichtung benötigt, die den Prüfling überdeckt. Es ist nicht erforderlich, dass die Abdichtung absolut gasdicht ist. Ein Ventilator wird in die Testkammer integriert, um eine gleichmäßige Konzentration des entweichenden Prüfgases im gesamten Kammervolumen sicherzustellen. Es ist lediglich eine kurze Wartezeit nötig, bis sich das entweichende Prüfgas in der Haube sammelt. Bei automatisch durchgeführter Prüfung entnimmt ein Messkopf eine Gasprobe aus dem Inneren der Haube. Der Sensor informiert anschließend den Anwender über die Leckagerate. Bei manueller Prüfung wird zur Messung ein einfaches Handgerät unter die Haube geführt.

Kammertest mit Unterdruck (patentiert)

Bei größeren Prüfteilen, die eine komplexe Geometrie aufweisen oder eine sehr geringe Grenzleckagerate haben, empfiehlt sich die Kammerprüfung mit Unterdruck. Das Grundprinzip besteht darin, dass unter der Haube ein Unterdruck aufgebaut wird. Auf diese Weise steigt die Konzentration des entweichenden Prüfgases schneller als unter atmosphärischem Druck. Je weniger Luft zur Verfügung steht, desto schneller steigt der Wasserstoff-Anteil und desto kürzer ist die Taktzeit. Diese Methode fordert etwas mehr Aufwand, da die Konstruktion der Haube aufwändiger ist und zusätzliche Pumpen und Ventile benötigt werden. Der klare Vorteil dieser Methode besteht jedoch darin, dass mit ihr auch an komplexen Prüfteilen Leckprüfungen auf Basis der Wasserstoff-Methode durchgeführt werden können. Die kostspielige Alternative zum Kammertest mit Unterdruck sind häufig weit kompliziertere Vakuum-basierte Lösungen, die mit anderen Prüfgasen arbeiten.

Dichtheitsprüfung an kritischen Stellen

Eine Punktprüfung wird immer dann durchgeführt, wenn innerhalb eines begrenzten Bereichs ein Leckstelle vermutet wird und keine Lokalisierung mehr erforderlich ist. Die Punktprüfung dient vielmehr der Verifizierung einer Leckstelle und der Feststellung, wie hoch die Leckagerate an einer bestimmten Stelle ist. Es kann sich hierbei um ein Ventil, einen Schweißpunkt oder sogar einen begrenzten Teil einer Schweißnaht handeln.

Manuelle Punktprüfung

Für die manuelle Punktprüfung wird der Aktiv-Messkopf AP55 an das Wasserstoff-Lecksuchgerät Sensistor ISH2000 angeschlossen. Der Aktiv-Messkopf wird durch Tastendruck aktiviert und der Messkopf über die vermutete Leckstelle geführt. Das Gerät informiert den Bediener sofort über die Größe der Leckage und zeigt an, ob die Leckage über oder unter dem voreingestellten Grenzleckagerate liegt.

Automatische Punktprüfung

Eine automatische Punktprüfung wird in der Regel mit Hilfe einer kundenspezifischen, lokal um das Prüfteil angelegten Kapsel durchgeführt. Diese spezifische Kapsel wird auch als Klammer oder Greifer bezeichnet. Klammern sind kleine lokale Umhausungen, die meist über einer bestimmten Rohrverbindung angebracht werden. Sie bestehen aus einer kleinen Kammer aus zwei Hälften, die geöffnet und dicht um eine Rohrverbindung herumgelegt werden kann. Die Klammer wird mit dem Aktiv-Messkopf verbunden.

Klammern eignen sich insbesondere zur Überprüfung von Fügestellen an Kälte- und Klimageräten. Anders als bei der manuellen Punktprüfung wird bei diesem Prüfverfahren durch den Einsatz der Klammer kein Personal benötigt. Das geringe Volumen lässt sich vorteilhaft nutzen. So kann die Prüfung schnell oder alternativ mit höherer Präzision durchgeführt werden. Die Messgenauigkeit lässt sich steigern, wenn vor der Probenahme das Gas einige Zeit in die Klammer einströmen kann. Auf Grund des geringen Volumens steigt die Konzentration des Gases schnell.

Dichtheitsprüfung an Verbindungsstellen, Nähten und Oberflächen

Am besten lassen sich Verbindungsstellen, Nähte und Oberflächen mit einem Scan-Verfahren auf Basis der Wasserstoff-Methode auf ihre Dichtheit überprüfen. Der Scanner-Messkopf muss dazu exakt an das Prüfteil angepasst werden, was sich jedoch unkompliziert und kostengünstig realisieren lässt. Je nach Anwendung kann ein passives oder ein aktives Schnüffel-Verfahren eingesetzt werden. Beim Scanner-Messkopf handelt es sich um einen Prüfgas-Kollektor mit integriertem Sensor oder um einen Schnüffel-Schlauch, der zu einer automatischen Probenahmeeinheit führt.